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Gemeinde Breuna tritt mit sechs weiteren Kommunen dem Zweckverband Energie Waldeck-Frankenberg bei
Kommunale Familie gestaltet aktiv die Energiewende
Waldeck-Frankenberg, Landkreis Kassel, Landkreis Schwalm-Eder:
Die Kommunen Bad Arolsen, Breuna, Diemelsee, Edertal, Lichtenfels, Twistetal und Volkmarsen treten mit insgesamt sechs Millionen Euro Bareinlage dem Zweckverband Energie Waldeck-Frankenberg gegen Gewähr von Sitz und Stimme bei.
Der Zweckverband legt dieses Geld in die Energie Waldeck-Frankenberg GmbH (EWF) ein und erhält dafür zusätzliche Geschäftsanteile. Dem Zweckverband Energie Waldeck-Frankenberg gehörten bisher der Landkreis Waldeck-Frankenberg, die Stadt Korbach, die Stadt Fritzlar sowie die Gemeinde Vöhl als Verbandsmitglieder an. Der Zweckverband ist neben der Thüga AG Anteilseigner der EWF. Bereits jetzt kommt ein Großteil der Gewinne und Investitionen der EWF der Region zugute.
EWF im KurzportraitAls Energiedienstleistungsunternehmen beliefert die Energie Waldeck-Frankenberg GmbH (EWF) derzeit rund 75.000 Haushalte, Industrie- und Gewerbebetriebe mit Strom, Erdgas, Wärme und Wasser. Im 1.250 Quadratkilometer großen Versorgungsgebiet, das Teilbereiche der Landkreise Schwalm-Eder und Kassel sowie große Teile des Landkreises Waldeck-Frankenberg umfasst, leben rund 122.000 Menschen. Im Jahr 2010 erwirtschaftete die EWF einen Umsatz in Höhe von 161 Millionen Euro. Neun Millionen Euro wurden investiert, um die Sicherheit der Energie- und Wasserversorgung nachhaltig zu gewährleisten.
Neben der reibungslosen Energieversorgung organisiert das Unternehmen auch den Linienverkehr in Waldeck-Frankenberg und den Bäderbetrieb in Korbach sowie im Henkel-Erlebnisbad in Vöhl. Darüber hinaus besteht eine Bäderkooperation mit den Kommunen Diemelsee und Diemelstadt.
Von der zentralen Netzleitstelle in Korbach werden rund um die Uhr alle Elemente des Versorgungsnetzes überwacht und gesteuert: Hierzu zählen unter anderem 2.774 Kilometer Nieder- und Mittelspannungsleitungen, sechs Umspannwerke, 919 Umspannstationen, 752 Kilometer Erdgasleitungen, 123 Druckregelanlagen, 4,3 Kilometer Fernwärmeleitungen sowie 193 Kilometer Wasserleitungen mit acht Wassergewinnungs- und Förderanlagen und elf Wasserhochbehältern. Als Dienstleistungspartner von Kommunen und Wasserbeschaffungsverbänden erstellt das Unternehmen Fernwirk- und Leitsysteme zur Überwachung kommunaler Wassergewinnungsanlagen. Kommunale Partner nutzen die von EWF aus Geografischen Informationssystemen tagesaktuell für Wasser- und Abwasserleitungssysteme zur Verfügung gestellten Daten. Zahlreiche Projekte und ökologisch nachhaltige Impulse und Entwicklungen sind in enger Zusammenarbeit mit EWF als Energie- und Wasserversorger vor Ort initiiert.
Dabei ist EWF ist nicht nur wichtiger Arbeitgeber, der 256 hochwertige Arbeitsplätze bietet und sich zuverlässig für die Ausbildung der 18 Azubis in vier Ausbildungsberufen engagiert. Die Investitionen des Energiedienstleistungsunternehmens kommen zu großen Teilen unmittelbar der Region wirtschaftlich zugute. Gleichzeitig legt das Unternehmen besonderen Wert darauf, dass das Wachstum der Energienachfrage nicht zu Lasten der Umwelt geht, und setzt sich vor Ort in vielfältiger Weise für Energieeffizienz ein: Energieeinsparberatung und Förderprogramme sind selbstverständlicher Bestandteil der Serviceangebote, die allen EWF-Kunden zur Verfügung stehen. EWF hat sich auf leitungsgebundene Energieträger und deren effiziente und zukunftsorientierte Steuerung spezialisiert. Hierfür ist es erforderlich, Leitungsdaten und modernste Technologien zu vernetzen. So schafft das Unternehmen Zusatznutzen für die Region. Gleichzeitig ist EWF als gesellschaftlich verantwortliches Unternehmen in besonderer Weise der Region verbunden. EWF engagiert sich als Sponsor zahlreicher sozialer, schulischer, kultureller und sportlicher Initiativen, wobei ganz besonders Vereine mit umfassender Jugendarbeit unterstützt werden.
EWF-Netzgebiet wächst mit neuen KonzessionenEWF konnte neue Partner in der Region gewinnen und wird damit das Netzgebiet erheblich vergrößern: Die Stadt Volkmarsen und die Gemeinde Vöhl entschieden sich ganz für EWF. Zuvor hatten sie Teilkonzessionen an EWF und E.ON vergeben.
Neben Breuna wird EWF auch in Wahlsburg (Weser) sowie den Waldeck-Frankenberger Städten und Gemeinden Battenberg, Bromskirchen, Frankenau und Hatzfeld für den Stromnetzbetrieb die Verantwortung übernehmen. Die Konzession für die Erdgasversorgung in Bromskirchen übernahm EWF bereits Anfang des Jahres und baute in knapp vier Monaten ein Erdgasnetz auf. Ein neues Erdgasnetz baut EWF derzeit auch in der Gemeinde Vöhl auf.
Vom EWF-Stützpunkt in Volkmarsen aus, der Anfang Dezember 2011 im grundsanierten Bahnhofsgebäude eröffnet wurde, werden EWF-Mitarbeiter die nordöstlich gelegenen EWF-Netzgebiete betreuen. Für das Obere Edertal wird EWF einen Stützpunkt in Battenberg aufbauen.
In einigen Kommunen steht die Entscheidung über die Wahl des Konzessionspartners noch aus. EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller ist zuversichtlich, dass EWF mit regionaler Stärke auch in Zukunft das Vertrauen gewinnt: Ein hier angesiedeltes mittelständiges Versorgungsunternehmen trägt in vieler Hinsicht besondere Verantwortung für die Region. EWF leistet mit Investitionen einen nachhaltigen Beitrag für die regionale Wirtschaft: Jede Vollzeitstelle bei der EWF sorgt indirekt für 1,4 weitere Jobs in der Region. Aus jedem einzelnen Arbeitsplatz werden so 2,4. EWF bietet also nicht nur 256 Arbeitsplätze im eigenen Unternehmen: EWF finanziert bereits jetzt weitere 360 Jobs in der Region mit.
Allein für den Stützpunkt in Volkmarsen hat EWF bereits drei Mitarbeiter neu eingestellt. Mindestens zwei weitere werden kurzfristig folgen.
EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller ist überzeugt, dass die Bewohner aller neu versorgten Gebiete rasch sowohl direkt als auch indirekt von der Partnerschaft mit EWF profitieren werden: „Da EWF effizient arbeitet, rechnen wir in Zukunft mit niedrigeren Netznutzungsentgelten. – Jeder Stromkunde kann sich frei entscheiden unter zahlreichen Anbietern. Doch ich bin sicher, dass die Angebote der EWF überzeugen: Mit fairen und transparenten Preisen und maßgeschneidertem Service vor Ort.“
Kommunale Familie wächstMit der Beteiligung der Gemeinden Breuna, Diemelsee, Edertal und Twistetal sowie der drei Städte Bad Arolsen, Lichtenfels und Volkmarsen steigt nicht nur der Einfluss der kommunalen Familie auf alle Entscheidungen, die EWF betreffen. Die Kommunen erhalten auch die Möglichkeit, aktiv an der Energiewende teilzunehmen. Der Zweckverband Energie Waldeck-Frankenberg hat die VEW gegründet. Der vertraute Name steht für die neue Verbands-Energie-Werk Gesellschaft für Erneuerbare Energien mbH, kurz VEW.
VEW Mitte bereits Mitte Dezember vorgestelltVerbandsvorsitzender Landrat Dr. Reinhard Kubat stellte am 15.12.2011 die neue Gesellschaft vor: „Die Erneuerbare Energien Dachgesellschaft, die als Verbands-Energie-Werk Gesellschaft für Erneuerbare Energien mbH gegründet wurde, setzt sich zum Ziel, ihren lokalen Beitrag zur Minderung der Treibhausemissionen und zum Ausstieg aus der atomaren Energieerzeugung sowie der Schonung fossiler Energieressourcen für künftige Generationen zu leisten. Deshalb wird die Gesellschaft erstrangig den sogenannten „Erneuerbaren Energieformen“ ihren Firmenzweck widmen. Die Gesellschaft orientiert sich dabei gleichermaßen an den Prinzipien der Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit.“
Hierfür legt das Verbandsmitglied Landkreis Waldeck-Frankenberg gegen Gewähr von Sitz und Stimmen einen Betrag in Höhe von 12,0 Mio. Euro in den Zweckverband ein. Der Anteil des Verbandsmitglieds Landkreis Waldeck-Frankenberg erhöht sich somit auf 1.005 Anteile.
Parallel dazu erhalten die übrigen Verbandsmitglieder die Möglichkeit, ebenfalls an der VEW zu partizipieren.
Der Ausstieg aus der Atomenergie und die damit eingeleitete Energiewende zur Versorgung aus erneuerbaren Quellen sowie der Klimawandel sind komplexe Herausforderungen, deren Bewältigung ein Zusammenwirken zahlreicher Akteure voraussetzt. Die Energiewende kann nur mit den Kommunen und ihren Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam umgesetzt werden. Den Kommunen kommt hierbei eine besondere Rolle zu, denn hier müssen die alternativen Energien angesiedelt, die Stromtrassen gebaut, die Infra- und Speicherstruktur geschaffen werden und hier wird der Strom verbraucht. Daher ist eine enge Einbindung der Kommunen und eine Stärkung deren Handlungsspielraums erforderlich.
Der Beitritt weiterer Städte und Gemeinden zum Zweckverband Energie Waldeck-Frankenberg ist Teil eines umfassenden Konzepts zur Beteiligung der Gemeinden des Landkreises an Projekten der Erneuerbaren Energien. Damit kann ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsförderung geleistet werden.
Stimmen der neuen Mitglieder zur Bedeutung des Beitritts zum Zweckverband:
Jürgen van der Horst: „Dies ist ein guter Tag für Bad Arolsen, vor allem aufgrund der langfristig angelegten strategischen Partnerschaft mit EWF als Energieversorgungsunternehmen und wichtigem Arbeitgeber. Insbesondere der steuerliche Querverbund mit dem Arobella wird ein wichtiger Baustein sein für die Haushaltskonsolidierng der Stadt.“
Klaus-Dieter Henkelmann: „Anders als andereEckhard Köster und Jürgen Küthe: „Wir erwarten für Diemelsee strukturelle Verbesserungen durch die weitere Entwicklung der Energieversorgung im ökologischen Bereich. Das Überleben auf dem flachen Lande wird in Zukunft sicher erleichtert werden durch die Wertschöpfung, die im Gemeinde- und Kreisgebiet erfolgt. Darüber hinaus haben wir sehr gute Erfahrungen bei der Kooperation mit EWF im Bereich des Schwimmbades gesammelt.“
Wolfgang Gottschalk: „Edertal bringt sich mit einem finanziellen Beitrag in die regionale Stromerzeugung ein. Damit stärken wir nicht nur ein wichtiges wirtschaftliches Betätigungsfeld, sondern gleichzeitig unsere regionale Energieversorgung und unsere Gemeinde“.
Uwe Steuber: „Nachdem in Lichtenfels die Bürger-Solar-Gesellschaft außerordentlich gut angenommen wurde, eröffnen wir unseren Bürgern über die Beteiligung an EWF und VEW die Möglichkeit der Beteiligung an einem Windparkprojekt, selbst dann, wenn in Lichtenfels kein Windpark genehmigt werden sollte.“
Alf Höfer: „Die einstimmig von allen Vertretern der Stadt Lichtenfels getragene Entscheidung für die Beteiligung am Zweckverband ist sehr bezeichnend für Lichtenfels und gleichzeitig außergewöhnlich beim Blick auf andere hessische Kommunen.“
Günther Hartmann: „Für Twistetal ist die Möglichkeit, sich am örtlichen Energieversorger zu beteiligen ganz wesentlich. Als Mitglied des Zweckverbandes kann Twistetal an den Entscheidungen der Gremien teilhaben und gleichzeitig die wirtschaftlichen Möglichkeiten auf Landkreisebene ausschöpfen. Über die Jahre hinweg hat EWF die Twistetaler überzeugt mit Service und Betreuung vor Ort.“
Hartmut Linnekugel: „Mit dem Beitritt zum Zweckverband setzt Volkmarsen die bereits begonnene positive Zusammenarbeit mit EWF fort. Der kommunale Verbund schweißt sich noch stärker zusammen indem auf freiwilliger Basis Schritte in Richtung Energiewende unternommen werden.“
Bildunterschrift: (v.l.n.r.)
Sie vertreten die neuen Mitglieder im Zweckverband Energie Waldeck-Frankenberg:
Eckhard Köster (1. Beigeordneter Gemeinde Diemelsee),
Jürgen Küthe (Beigeordneter Gemeinde Diemelsee),
Günther Hartmann (Bürgermeister Gemeinde Twistetal),
Wolfgang Mende (1. Beigeordneter Gemeinde Breuna),
Klaus-Dieter Henkelmann (Bürgermeister Gemeinde Breuna),
Karl-Wilhelm Lange (Bürgermeister der Stadt Fritzlar, stv. Vorsitzender des Verbandsvorstandes des Zweckverbandes Energie Waldeck-Frankenberg),
Jens Deutschendorf (1. Kreisbeigeordneter, Mitglied des Verbandsvorstandes)
Stefan Schaller (Geschäftsführer der EWF),
Werner Waid (1. Beigeordneter Gemeinde Edertal),
Uwe Steuber (Bürgermeister der Stadt Lichtenfels),
Wolfgang Gottschalk (Bürgermeister Gemeinde Edertal),
Jürgen van der Horst (Bürgermeister der Stadt Bad Arolsen)
Otto Huntziger (1. Beigeordneter Gemeinde Twistetal),
Thomas Viesehon (1. Stadtrat der Stadt Volkmarsen),
Alf Höfer (1. Stadtrat der Stadt Lichtenfels),
Hartmut Linnekugel (Bürgermeister der Stadt Volkmarsen),
Helmut Hausmann (1. Stadtrat der Stadt Bad Arolsen).
Korbach, 29.12.2011